Das Unicoaching: Wissenschaftlich Arbeiten

Qualitative Forschung: Beratung, Coaching

Qualitative Forschung hat den Anspruch, offen für neue Erkenntnisse zu sein. Es gilt, subjektive Sichtweisen und Deutungsmuster zu rekonstruieren oder zu dekonstruieren, was in einer Gesellschaft als Wahrheit gilt.

Für Bachelorarbeiten sind Methoden wie Experteninterviews mit Interviewleitfaden und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring für die Auswertung gute Einstiegsmöglichkeiten in die qualitative Forschung, weil diese Herangehensweise überschaubare methodische Ablaufschemata bieten.

Wer eine Masterarbeit schreibt kann sich auch an die Grounded Theory oder die Diskursanalyse nach Keller herantrauen.

Diskursanalytische Herangehensweisen nach Keller, Foucault oder Jäger sollten erst dann verfolgt werden, wenn bereits einige Erfahrungen mit qualitativen Forschungsmethoden gesammelt wurden und ein gutes Verständnis des Diskursbegriffs vorhanden ist.

Beim Unicoaching finden Sie fachlich kompetente Unterstütztung für jedes Forschungslevel und jede Forschungsmethode, ob Bachelorarbeit, Masterarbeit, Dissertation oder Forschungsprojekt.

Beratung, Betreuung, Begleitung

Ihr Coach wird geeignete Forschungsmethoden mit ihnen diskutieren und Strategien der Umsetzung aufzeigen, ob Sie

  • eine Beratung über Interviewtechniken und Interviewformen suchen
  • im Rahmen Ihrer Bachelorarbeit erste Schritte in der qualitativen Forschung erproben - z.B. mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
  • für eine Masterarbeit narrative Interviews nach Grounded Theory bearbeiten
  • in Ihrer Promotion mit der Diskursanalyse arbeiten wollen
  • eine umfangreiche Studie planen und nach Möglichkeiten der Verbindung unterschiedlicher Methoden (Triangulation) suchen
  • oder für die Verfassung Ihrer Dissertation geeignete Darstellungsformen Ihrer Erkenntnisse brauchen

Wir verstehen unsere Unterstützung als pragmatische Hilfe bei allen Schritten des Forschungsprozesses.

Ein kompetentes Coaching bietet Hilfe bei folgenden Arbeitsschritten

Forschungsdesign Dem Forschungsinteresse entsprechend gilt es, eine geeignete Methode zu wählen und die Art der Materialsammlung zu bestimmen.

Erhebungsmethoden Häufig gestellte Fragen sind: Wie viele Interviews brauche ich? Worauf muss ich achten, wenn ich ein Interview führe? Wo finde ich Archivmaterial? Kann man qualitative und quantitative Methoden kombinieren?

Analyseverfahren Welche methodischen Schritte helfen mir, den Überblick zu behalten? Wie geht man bei Interpretationen systematisch vor? Wie kann ich mein Material sortieren? Hilfe, ich ersticke in Texten. - Darauf gibt ein Coach ihnen kompetente Antworten.

Forschungsmethoden Ob Frageleitfaden, narratives Interview, teilnehmende Beobachtung oder Archiv-Recherche - die Wahl der Methode entscheidet auch über den Arbeitsaufwand Ihrer Arbeit.

Merkmale einer qualitativen Forschung

Die Erforschung der komplexen Alltagswelt mit ihren vielen Facetten und Regeln stellt eine besondere Herausforderung dar.

Die wesentlichen Merkmale der qualitativen Forschung lassen sich kurz und knapp zusammenfassen:

  • Die Gegenstandsangemessenheit der Methoden ist ein Grundsatz, der für alle empirischen Studien gilt. In der qualitativen Forschung hängt die Frage nach der geeigneten Methode nur von der Fragestellung ab.
  • Generelle Offenheit des iterativen Forschungsprozesses bedeutet, dass das Material nicht in einem Interpretationsdurchgang erfasst werden kann. Selbst bei der einfachsten Methode - der Qualitativen Inhaltsanalyse - sind mehrere Schritte nötig, um ein Interview zu sichten, die Aussagen zu sortieren und schließlich in Kategorien zu ordnen, welche durch neu hinzukommende Aussagen aus anderen Interviews weiter ausdifferenziert werden. Andere, eher sequenzanalytisch orientierte Herangehensweisen sind deutlich aufwendiger. Sie erfordern es, immer wieder mit einem neuen Blick an das Material heranzugehen, der durch analytische Fragestellungen an anderen Textpassagen oder Interviews geschliffen und durch Kontextwissen beständig erweitert wird, bis sich ein Bild herausschält, dem nichts Neues mehr hinzuzufügen ist.
  • Erkenntnisse werden induktiv aus dem Einzelfall abgeleitet. Der Einzelfall steht dabei als eingebettet in soziale Strukturen und deshalb als Ausdruck dieser Strukturen. Bei aller Tiefenanalyse gilt es also, den Einzelfall in seiner sozialen Eingebundenheit zu betrachten, um Erkenntnisse über soziale Lebensformen zu gewinnen.
  • Kontexte werden berücksichtigt. Ohne die sozialen, ökonomischen, religiösen bzw. historischen Kontexte des Einzelfalls kann dessen soziale Eingebundenheit in kulturelle Formen nicht erkannt werden.
  • Forscher reflektieren ihre Rolle im Forschungsprozess. Forschung ist immer situativ. Wo ein Interview stattfindet, wem man seine Geschichte erzählt und welche Fragen gestellt werden, beeinflusst das, was gesagt wird, ganz wesentlich. Für die Forschenden gilt es deshalb, den persönlichen Anteil bei der Produktion des Forschungsmaterial und die eigene Rolle im Feld bei der Interpretation zu berücksichtigen.

Da es nicht die eine Methode gibt, sondern eine zunehmende Vielfalt an methodischen Herangehensweisen, braucht es Mut zur Analyse und die Bereitschaft, sich auf Ungeplantes einzulassen.

Generell ist zu unterscheiden zwischen

  • Erhebungsmethoden (Methoden der Datensammlung)
  • Interpretationsmethoden bez. Analysemethoden ("Auswertung")

Erhebungsmethoden

Bei der Datensammlung kommen im Wesentlichen folgende Methoden zum Einsatz:

  • Befragung (Interview, Gruppendiskussion, schriftliche Befragung)
  • Beobachtung (persönlich im Forschungsfeld oder auch per Video)
  • Schriftliche Dokumente (z.B. Medienberichterstattung oder Akten)
  • Bildliche Dokumente (Fotos, Filme, Werbung)

Die Erhebungsmethoden unterscheiden sich vor allem durch den Grad ihrer Offenheit. Je nach Forschungsinteresse können Interviews eher offen gestaltet sein (narratives Interview, biographisches Interview) oder bestimmte Ausschnitte der Lebenswirklichkeit fokussieren (Experteninterview, fokussiertes Interview, teilstandardisiertes Interview).

Auch Beobachtungen können ein breites Spektrum abdecken, von der Beobachtung bestimmter Interaktionen (z.B. in Beratungsgesprächen) bis zur umfassenden Analyse einer Unternehmenskultur oder einer ethnologischen Feldforschung. Darüber hinaus lassen sich alle qualitativen Erhebungsmethoden frei miteinander kombinieren. So wird gerade in ethnografischen Forschungen häufig ein Bündel verschiedenster Daten gesammelt.

Analyseverfahren

Analyseverfahren ("Auswertung") differenzieren sich nach rekonstruierenden und dekonstruierenden Formen aus.

Rekonstruierende Forschungen fragen nach den subjektiven Deutungsmustern und Relevanzen sozialer Akteure. Es gilt, die Alltagstheorien der Forschungssubjekte im Kontext ihrer Lebensbedingungen herauszuarbeiten. Diese Herangehensweisen werden wiederum unterschieden in

  • kategoriengenerierende Analysen
  • rekonstruierende, hermeneutische Analysen

Kategoriengenerierend bedeutet, dass man aus dem Material heraus die Aussagen in Kategorien sortiert. So kann z.B. ein Experte, der zur Neuorganisation einer öffentlichen Verwaltung redet, verschiedene Probleme ansprechen (Hauptkategorien), die sich ihrerseits wiederum in untergeordnete Aspekte (Subkategorien) unterscheiden. Ein Kategoriensystem, das bei einer solchen Analyse entsteht, stellt dann das Spektrum des Organisationsprozesses übersichtlich dar und kann herangezogen werden, um Handlungsanleitungen abzuleiten. Zu diesen Verfahren gehören im Fall einer solchen Forschung u.a. die Qualitative Inhaltsanalyse. Hauptkategorien können vorab aus theoretischen Ansätzen generiert und in einem Frageleitfaden festgehalten werden. Dann gilt es, diese am Forschungsmaterial zu verfeinern oder auch zu erweitern. Darüber hinaus können Kategorien aber auch erst in einem aufwendigen Prozess aus dem Material generiert werden.

Rekonstruierende Interpretationsansätze gehen ganzheitlicher vor. Diese Methoden der Interpretation beschäftigen sich eher mit narrativen Interviews, mit komplexen Textkorpora oder Artefakten. Die Herangehensweise an die Interpretation ist hier eher sequenzanalytisch, d.h. Texte werden Schritt für Schritt nach ihren Aussagen, Formen und Strukturen befragt und kontextualisiert. Analytische Fragen werden generell erst aus dem Forschungsmaterial entwickelt, ebenso wie Arbeitshypothesen, die es am weiteren Material zu bestätigen, zu modifizieren oder zu verwerfen gilt. Diese Verfahren eignen sich für komplexe Forschungsfragen wie sie z.B. im Rahmen ethnografischer Studien bearbeitet werden. Es geht nicht darum, z.B. handlungsanleitende Erkenntnisse über bestimmte Arbeitsprozesse zu gewinnen, sondern, die spezifische Lebenswelt mit all ihren Widersprüchen zu erfassen.

Von den rekonstruierenden Analysen heben sich die dekonstruierenden bzw. diskursanalytischen Herangehensweisen ab. Dabei geht es nicht um die Rekonstruktion von Sinn oder Bedeutung dessen, was gesagt oder geschrieben wurde. Vielmehr interessieren die Regeln, nach denen Wirklichkeiten konstruiert werden. Gefragt wird: Was kann in einer Kultur gedacht oder nicht gedacht werden? Diskurse spiegeln die Wirklichkeit nicht einfach wider, sondern führen eine Art Eigenleben, indem sie gesellschaftliche Wirklichkeiten schaffen (Jäger 2012:33). Diskusanalyse ist keine Forschungsmethode, sondern ein Forschungsprogramm. Für diskursanalytische Forschungen können grundsätzlich alle Erhebungs- und auch Auswertungsmethoden genutzt werden - aber unter grundsätzlich anderen Forschungsprämissen als in der rekonstruierenden Forschung.

Als Anfänger verfällt man leicht in Panik, wenn man nicht überschauen kann, wohin der Forschungsprozess am Ende führt. Bekannte Herangehensweisen auf eine eigene Fragestellung anzuwenden oder gar entsprechend des eigenen Forschungsinteresses zu modifizieren, gestaltet sich nicht immer einfach. Ohne Hilfe laufen gerade Einsteiger leicht Gefahr, sich von der Fülle der Forschungsansätze verunsichern zu lassen oder sich in der Flut des Materials zu verlieren.

Mit kompetenter Hilfe kommen Sie besser druch Ihre qualitative Forschung und verbessern die Analyse.

 


Wissenschaftscoaching bedeutet, dass erfahrende Forscher Sie bei allen Arbeitsschritten Ihrer empirischen Studie beraten - wir holen Sie dort ab, wo sie verloren gegangen sind.

Unser Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe, es ist gezielte Anleitung zum selbstständigen Arbeiten.

Rufen Sie uns an: Gern klären wir gemeinsam mit Ihnen, welche Unterstützung Sie benötigen (zum Kontakt). Sie erreichen uns aus dem gesamten Bundesgebiet  - z.B. aus Tübingen, Bonn, Aachen, Hannover oder Kiel (zum online coaching).